MITTWOCH - E-WERK - 10. November
20.00 UHR

Andreas Altmann bei einer bewaffneten Widerstandsgruppe in Pakistan
Andreas Altmann in Ramallah (Westjordanland)
Andreas Altmann unterwegs: Treffen mit einem Clochard
Andreas Altmann unterwegs
    

DIE LESUNG IM FERNWEH FESTIVAL

Andreas Altmann

Triffst Du Buddha - Töte ihn!

Lesung in der Clubbühne

Andreas Altmann ist das Gegenteil eines Esoterikers: aufgeklärt, kritisch, konfliktbereit. Aber auch ein umtriebiger Reiseschriftsteller braucht Momente der Stille, um sich zu sammeln. So kam Altmann nach Indien. Was er suchte: Einkehr und Klarheit. Was er nach manch Umwegen fand: Ein Trainingscamp für innere Disziplin.

Um Leichtigkeit zu üben und den Swing und die Freude am Leben. Und um sich ein Werkzeug zu schmieden im Umgang mit einer anstrengenden Welt. Andreas Altmann hat eine klarsichtige, persönliche und mutige Reportage geschrieben, die auch den Hiergebliebenen die Augen öffnet.

Andreas Altmann fährt von Neu-Delhi nach Varanasi, reist zu den wichtigsten Stätten des Buddhismus – und landet durch Zufall in einem Meditationszentrum von S.N. Goenka. Seit vierzig Jahren unterrichtet der indische Lehrer „Vipassana“, Buddhas Meditationstechnik. Die Regeln sind streng, jede Form der Ablenkung ist untersagt. Vieles wird vor Beginn der Mühsal eingesammelt: kein Radio, kein iPod, kein Macintosh, kein Buch, nicht Bleistift und Papier sollen ablenken. Und keine Drogen, kein Sex, keine Gespräche. Und kein Strom. Und immer kaltes Wasser. Altmann befolgt alles, nur eines nicht: das Verbot des Schreibens.

Von morgens früh bis zum Abend wird meditiert – doch statt der erhofften Leere bricht sich die mitgebrachte Fülle Bahn. Das Kopfkino, die Assoziationen, die vergangenen Niederlagen und Versäumnisse, die ansehnlichen und gräulichen Erinnerungsbilder legen sich erst nach und nach. Doch wer sich rückhaltlos einlässt, wird belohnt: mit der Einsicht, dass Kräfte in einem schlummern, die bitter nötig sind. Um ein Leben zu führen, das einem gut tut. Das sich nicht erniedrigen lässt und das sich wehrt. Und zuletzt begreift man die indische Weisheit: Du musst Buddha überwinden, du musst ihn „töten“, soll sagen: dich von ihm verabschieden und deinen Weg gehen.


Über den Autor:
Andreas Altmann lebt als Auslandsreporter und Reiseschriftsteller in Paris. Er wurde u.a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Seume-Literaturpreis und dem Reisebuch-Preis ausgezeichnet.

Tagesspiegel:
Eine Inspiration für ein anderes, wacheres Unterwegssein.

Die Zeit:
Andreas Altmann folgt eigenwilligen und unbequemen Fährten zu Menschen (...) Schmerz und Stille, Chaos und Sinnlichkeit fließen ineinander auf einer leidenschaftlichen Fahrt gegen den Strom.

Dresdner Neueste Nachrichten:
Beim Lesen eines Altmann-Buches wird rasch klar, warum der Autor mit Preisen überhäuft wurde.



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