platzhalter 300x20px

Der vom Aussterben bedrohte Kauri Baum in Neuseeland

 kauri heiko beyer 1200x800p

Der Kauri Baum "Te Matua Ngahere" (Fotograf: Kristof Göttling)

Zum Tag des Baumes am 25. April stellt Euch Heiko Beyer, Organisator des Fernweh Festivals, den Kauri Baum vor.
Wer noch mehr über Neuseeland erfahren will, dem sei die langersehnte Premiere seiner Neuseeland Reisereportage im November in Erlangen empfohlen.

Jahrhunderte lang haben die Maoiris, die Ureinwohner Neuseelands,  aus dem wertvollen Holz des Kauri-Baums ihre Kanus gefertigt.

„Aber jetzt dürfen wir das nicht mehr, denn es ist auch offiziell verboten. Nur noch altes Holz, das noch in den Wäldern herumliegt oder angeschwemmt wird, können wir nutzen.“ Howard Reti, Sprecher der Maori-Gemeinde von Rawhiti an der Bay of Islands, wirkt etwas betrübt.

Wir stehen zusammen in einen der letzten großen Kauri-Wälder im Norden der Nordinsel Neuseelands.

kauri3 heiko beyer 300x200p

Dieser Baum existiert ausschließlich hier! Und es handelt sich hier wirklich um mächtige Geschöpfe. Die Giganten werden 50 Meter hoch, können unten am Stamm einen Durchmesser von 4 Metern erreichen und uralt werden. Allerdings sind sie massiv vom Aussterben bedroht durch die so genannte Kauri-Dieback, eine Pilzerkrankung, die bisher nicht behandelt werden kann.

Aber schnell umfliegt wieder ein Lächeln Howards Gesicht. Denn mit einem schelmischen Ausdruck fragt er mich, ob ich denn wisse, was Wale, die Giganten der Meere mit den Kauris, den Riesen des Landes zu tun haben? Als ich verneine, erzählt mir die alte Maori-Sage, die erklärt, wie der Kauri zu seiner rauen Rinde kam:kauri2 heiko beyer 300x200p

„Der Wal und der Kauri-Baum waren Brüder. Einmal sprachen sie zueinander und der Wal sagte zum Kairi-Baum: Du solltest auch so eine Haut haben wie ich. „Warum sollte ich das?“ entgegnete der Kauri-Baum: Weil sie Dich eines Tages als Boot ins Meer bringen werden und dort brauchst Du diese schuppige Haut genauso wie ich sie brauche.“

 

Heute hat Howard die Rolle eines Kaitiaki, eins Hüters des Waldes inne. Schon seine Urgroßmutter, so erklärt er mir stolz, habe ihm als kleinen Jungen eine Philosophie gelehrt, die für sein weiteres Leben wegweisend werden sollte:

kauri heiko beyer 300x200px„Der Mensch hat seine Rolle im Universum verwechselt. Wir denken, wir können uns über die ganze Welt erheben, über die Bäume, die Vögel, die Insekten und die Fische. Aber unsere Vorfahren haben immer gesagt: „Wir sind nicht die Beherrscher der Natur, wir sind nicht die ältesten hier.“ Nein, die ältesten sind der Ozean und die Berge. Als nächstes kamen die Fische, die Bäume, die Insekten und die Vögel. Dann erst wir Menschen. Wir sind also die Jüngsten und von allen abhängig. Uns so sind wir die „Kaitiaki“ die Bewahrer, wir müssen uns um die Berge, das Land, die Bäume, die Vögel, die Insekten und die Fische kümmern. Dementsprechend sehe ich mich also heute als der Wächter der Bäume.“